Mittelamerika Kreuzfahrt
24.02.2026
Colón (Panama)
Der Wecker klingelte um 04:50 Uhr – wie grausam. Als wir kurz auf den Balkon schauten, ging ein kräftiger Schauer mit starken Böen nieder. Es war so schwül, dass sogar die Spiegel im Zimmer beschlugen. Nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen Ausflug. Später berichtete der Kapitän, dass es beim Anlegen aufgrund des starken Windes Probleme gegeben hatte und man beinahe den Hafen hätte ausfallen lassen müssen.
Nach dem Frühstück im Ankelmannsplatz hatte sich die Situation jedoch beruhigt. Das Schiff war bereits freigegeben, sodass es keinen Stau am Ausgang gab. Auch der Immigration-Stempel war schnell im Pass. Trockenen Fußes gelangten wir zum Treffpunkt von Bis Bald Tours und trafen dort unseren Tour-Guide Katja.
Bis Bald Tours ist eine kleine Industrie. Gute 20 Kleinbusse waren im Einsatz – und alles war perfekt organisiert.
Schnell hatten wir das wenig sehenswerte Colón hinter uns gelassen und fuhren über die Autobahn 9 in Richtung Pazifikküste. Es herrschte wenig Verkehr, sodass wir zügig vorankamen. Die Landschaft war saftig grün. Katja, eine deutsche Expat, die seit 12 Jahren in Panama lebt und arbeitet, gab während der Fahrt viele interessante Erklärungen.
Die Fahrt führte durch die Kanalzone, vorbei am historischen Verwaltungsgebäude des Kanals. Sofort fiel der typisch amerikanische Baustil auf.
Unser erstes Ziel war die Av. Amador, ein künstlicher Damm, der als Wellenbrecher die Einfahrt in den Kanal schützt.
Wir hielten an zwei Aussichtspunkten, von denen man schöne Ausblicke auf die Skyline von Panama City und die Puente de las Américas hatte, auf der die Panamericana den Kanal überquert. Im Vergleich zu heute Morgen war das Wetter inzwischen einfach nur traumhaft schön.
Die Weiterfahrt führte uns über den Damm in Richtung Altstadt, wo wir ausstiegen. Katja zeigte uns die wichtigsten Sehenswürdigkeiten und gab kurzweilige Erklärungen. Anschließend hatten wir eine Stunde zur freien Verfügung. Wir waren versucht, einen Panama-Hut zu kaufen, konnten uns letztlich aber doch nicht dazu durchringen. Shopping ist halt nicht unsere Stärke. (Kommot-Aufzeichnung unseres Rundgangs).
Am anderen Ende der Altstadt holte uns der Bus wieder ab und wir fuhren zurück in Richtung Colón. Unterwegs gab es als Snack Bananenchips, die wir bereits von Roatán kannten.
Das nächste Highlight der Tour waren die Agua-Clara-Schleusen, die 2016 in Betrieb genommen wurden. Vom Besucherzentrum hatte man einen guten Blick auf die Anlage und den Gatún-See. Im Hintergrund sah man die elegante Puente Atlántico, die 2019 eröffnet wurde.
Gerade befand sich ein Schiff in der zweiten Stufe und wurde in Richtung Atlantik geschleust – eine recht langsame Prozedur. Etwas später wurde ein großer Tanker in Richtung Schleusen geschleppt, aber es hätte noch knapp 30 Minuten gedauert, bis der Schleusenvorgang begonnen hätte. So lange konnten wir leider nicht bleiben.
Der nächste Stopp waren die alten Gatún-Schleusen aus dem Jahr 1914. Die Fahrt dorthin führte über die Puente Atlántico, von der sich ein toller Ausblick bot. Schade nur, dass es keinen Aussichtspunkt gab, um Fotos zu machen.
Die alten Schleusen sind bidirektional und funktionieren nach einem anderen Prinzip: Die Schiffe werden hier nicht von Schleppern kontrolliert, sondern von Lokomotiven geführt. Obwohl die Schleusen kleiner sind, kann man deutlich näher herankommen, sodass sie fast noch eindrucksvoller wirkten. Wir hatten Glück, dass jeweils ein Schiff pro Richtung geschleust wurde.
Voller Eindrücke überquerten wir auf der Rückfahrt zum Schiff noch einmal die Puente Atlántico.
Fazit: Ein sehr lohnender und perfekt organisierter Ausflug. Eine klare Empfehlung für Bis Bald Tours! Und wieder einmal hatten wir riesiges Glück mit dem Wetter.
Zurück auf dem Schiff hieß es dann erst einmal: auf dem Balkon entspannen.
Abends schauten wir uns die Travestie Show von Miss Chantal im Theater an.
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- Zuletzt aktualisiert am Samstag, 07. März 2026 20:08


