Mittelmeer Kanaren Kreuzfahrt

29.10.2025

Funchal (Madeira)

Es war noch dunkel, als das Schiff an der Cais de Cruzeiros festmachte. Eindrucksvoll schmiegte sich das beleuchtete Häusermeer an den Hang. Langsam schob sich die Sonne über den Horizont und tauchte die Stadt in warmes Licht. Im Hintergrund zeigte sich sogar ein kleiner Regenbogen – schön anzuschauen, aber auch ein Zeichen, dass es regnete.

Um 6:45 Uhr war es im Harbour Market noch angenehm ruhig, sodass man entspannt das reichhaltige Angebot an Speisen genießen konnte. Kurz nach 8:00 Uhr verließen wir das Schiff.

Den Mietwagen hatten wir bereits im Juni online bei Auto Rent A Car gebucht (86 € für die Seat-Arona-Klasse). Direkt am Pier gab es kein Büro, stattdessen standen die Wagen auf einem kleinen Parkplatz zur Abholung bereit. Dank der WhatsApp-Nummer, die wir vorab erhalten hatten, fanden wir schnell zueinander.

Die Übergabe des Fahrzeugs klappte einwandfrei. Die Kaution von 200 € wurde per Kreditkarte hinterlegt, den Mietpreis bezahlten wir bar. Das Auto war nahezu neu, sauber und bot ausreichend Platz für vier Personen.

Die Route hatten wir bereits zu Hause mithilfe von Google Maps gründlich vorgeplant. Allerdings riet uns die Vermieterin von der steilen Abfahrt auf der ER209 ab und zeigte uns Bilder von Unfällen. Wie sich später herausstellte, hätte diese Strecke angesichts der Wetterlage ohnehin wenig Sinn gemacht.

Unser erstes Ziel war der Skywalk am Aussichtspunkt Cabo Girão (3 €/P). Es herrschte wenig Verkehr, und mit Google Maps fanden wir problemlos den Weg. Schnell wurde klar, dass Madeira von steilen Bergen geprägt ist – dank Automatikgetriebe war das Fahren jedoch völlig entspannt. Da wir früh unterwegs waren, fanden wir problemlos einen Parkplatz auf dem relativ kleinen Areal. Etwas später trafen die ersten Jeep-Touren vom Schiff ein, und es wurde rasch sehr voll.

Cabo Girão - 580m hohe KlippeBlick Richtung Funchal
Cabo Girão - 580m hohe KlippeBlick Richtung Funchal

Die Aussicht von der 580 Meter hohen Klippe – der höchsten Europas – war atemberaubend. Der Glasboden ermöglichte einen senkrechten Blick direkt in die Tiefe. Die Stadt lag im Gegenlicht, doch das Zusammenspiel von Wolken und Sonne sorgte dennoch für eindrucksvolle Fotos. Die besten Lichtverhältnisse hat man hier vermutlich eher am Abend.

Die Weiterfahrt führte uns in Richtung São Vicente. Nach Ribeira Brava begann die Straße deutlich anzusteigen, und die Wolken kamen immer näher. Wir vermieden den Tunnel und fuhren über den Pass (ER105).

Unterwegs hielten wir am Miradouro de Serra de Água sowie am Miradouro do Pico da Murta. Die Landschaft wirkte sehr eindrucksvoll und leicht mystisch. Einige von Waldbränden verkohlte Stellen fügten sich überraschend stimmig ins Gesamtbild.

Miradouro do Pico da MurtaAuffahrt zum Encumeada Pass
Miradouro do Pico da MurtaAuffahrt zum Encumeada Pass

Leichter Nieselregen setzte ein, und auf der Passhöhe Encumeada trieb ein kräftiger Wind die Nebelschwaden vor sich her. An ein Aussteigen war nicht zu denken – doch auch das hatte seinen ganz eigenen Charme.

Während der Abfahrt lichtete sich der Nebel allmählich, dennoch blieb es sehr trüb. Bald erreichten wir den eher schmucklosen Ort São Vicente und legten am Vulkanstrand einen kurzen Stopp für eine Zigarettenpause ein.

Ein steiles und enges Gässchen führte hinab zum Parkplatz am kleinen Hafen von Seixal. Dort befindet sich ein pittoreskes Naturschwimmbad, das durch ein Loch in der Wolkendecke genau im richtigen Moment angestrahlt wurde. So entstand ein schöner Kontrast zwischen den tiefschwarzen Vulkanfelsen und der türkis-weiß schäumenden Brandung. Weniger Glück hatten wir mit den eindrucksvollen Klippen weiter östlich, die sich hartnäckig hinter Schauerwolken versteckten.

Steilküste bei SeixalPraia da Ribeira do Segredo
Steilküste bei SeixalPraia da Ribeira do Segredo

Der nächste Stopp führte uns zur markanten Felsnadel Praia da Ribeira do Segredo, wo wir ein wenig auf den großen, runden Kieseln herumkletterten.

In Porto Moniz parkten wir auf dem kostenlosen Parkplatz P7 oberhalb des Schwimmbädes, von dem ein kurzer Fußweg hinab zum Meer führte. Wir schlenderten an der Promenade entlang zu den natürlichen Becken am anderen Ende der Stadt und beobachteten das bunte Treiben im Wasser.

Porto Moniz SchwimmbadNaturbecken
Porto Moniz SchwimmbadNaturbecken

Leider war es noch etwas bewölkt, sodass die beeindruckende Szenerie nicht ganz zur Geltung kam. Spätestens jetzt waren wir uns jedoch sicher: Madeira ist definitiv eine Reise für sich wert. Unser letzter Versuch war ja aufgrund von COVID gescheitert.

Bevor wir weiterfuhren, stärkten wir uns mit einer Pizza und einem Coral Bier, das auf Madeira gebraut wird.

Ursprünglich hatten wir geplant, über den Feenwald zurückzufahren. Unabhängig von der steilen Abfahrt hätte das bei der aktuellen Wolkenlage jedoch wenig Sinn ergeben. Also beschlossen wir, die Route entlang der sonnigeren Südküste zu nehmen.

Unser nächstes Ziel war der Leuchtturm Farol da Ponta do Pargo. Noch einmal ging es über eine kurvige Passstraße durch einen wunderschönen Wald, der im Nebel leicht gespenstisch wirkte. Gefühlt waren nur Touristen in den typischen kleinen Mietwagen unterwegs. Für die 22 Kilometer benötigten wir 38 Minuten.

Der kleine Leuchtturm steht auf einer hohen Klippe und bot eine gigantische Aussicht auf das Meer und die Steilküste. Vom Meer her näherte sich eine kräftige Schauerzelle, vor der wir uns gerade noch rechtzeitig ins Auto retten konnten.

Steilküste beim Farol da Ponta do PargoPonta do Sol
Steilküste beim Farol da Ponta do PargoPonta do Sol

Die Weiterfahrt verlief anschließend entspannt und zügig durch zahlreiche Tunnel, unterbrochen von einigen Kreisverkehren. Immer wieder eröffneten sich sehr schöne Ausblicke auf die grüne Landschaft und das Meer. Die liebliche Südküste machte ihrem Ruf alle Ehre.

Wir verließen die Hauptstraße für einen Abstecher nach Ponta do Sol, wo wir uns 2022 schon einmal einquartieren wollten. Der Ort war sehr gut besucht, und die Polizei regelte den Verkehr. Mit etwas Glück ergatterten wir einen halblegalen Parkplatz direkt an der Promenade.

Am Ende der Bucht befindet sich ein kleiner Felsvorsprung, von dem sich bei strahlendem Sonnenschein eine schöne Aussicht auf die Steilküste und die Bucht bot. Der kleine Strand mit seinen großen Kieselsteinen wirkte allerdings nicht besonders einladend – da hat Amrum wohl die Maßstäbe verschoben. Auffällig war zudem, dass es entlang der Promenade kaum Cafés oder Restaurants gab.

Letzter Programmpunkt unserer Rundfahrt war der Miradouro Pico do Barcelos oberhalb von Funchal. Je höher wir kamen, desto dichter wurde wieder der Nebel, sodass der umfassende Blick auf die Stadt und das Schiff etwas getrübt war. Trotzdem ein lohnender Stopp.

Miradouro Pico do BarcelosBlick auf Funchal
Miradouro Pico do BarcelosBlick auf Funchal

Dank des Hinweises bei der Fahrzeugübernahme fanden wir problemlos die Galp-Tankstelle oberhalb des Hafens. Das Preisniveau entsprach in etwa dem von zu Hause: 1,579 €/l für 95 Oktan. Die Rückgabe verlief reibungslos. Insgesamt können wir den Verleiher uneingeschränkt empfehlen.

Fazit: Madeira überzeugt durch seine einzigartige Natur, die man an einem Tag nur oberflächlich erkunden kann, und ist definitiv einen eigenen Urlaub wert.

Bei einem Aperitif in der Agora Bar genossen wir den perfekten Blick auf das von der tief stehenden Abendsonne angestrahlte Funchal. Ja, heute galt wieder die Devise: Wer hoch hinaus will, wird mit Wolken bestraft.

White Night ...... auf dem Pooldeck
White Night ...... auf dem Pooldeck

Nach einem leckeren Buffet im Harbour Market waren wir bereit für die White Night, für die Werner extra eine weiße Hose erstanden hatte. Die beiden Brüder sorgten einmal mehr für großartige Stimmung, sodass der Kreuzfahrtdirektor sogar 30 Minuten Zugabe gewährte. Anschließend wurde in der Disco weitergetanzt.