Die erste Hitzewelle sorgte für Temperatur weit über 30°C, so dass wir etwas gespannt waren, wie das Schienennetz der DB das so mitmachen würde. Und siehe da, zunächst war unser Zug immer mehr verspätet bis er schließlich gestrichen wurde. Das ging ja schon gut los!
Nach einem kurzen Moment der Ratlosigkeit beschlossen wir getrennt zu fahren: Franzi mit dem Kleinen direkt ab München und Hilde und wir ab Augsburg. Der Alternativzug fuhr auch direkt, allerdings über Köln, was ungefähr 2h länger dauert. Aber zumindest bekamen wir einen Vierertisch und die Klimaanlage funktionierte. Nach einigem Durcheinander kam auch Franzi in München los.
Zunächst verlief die Fahrt problemlos. Erst kurz vor Köln gab es aufgrund der Hitze eine Langsamfahrt und wir handelten uns die ersten 15min Verspätung ein. In Bochum musste eine gesprungen Scheibe geklebt werden. Noch einmal +30 Minuten. Auf die Bahn ist Verlass!
Kurz danach war vor uns war eine Regionalbahn liegengeblieben und wir würden umgeleitet. Vor Osnabrück mussten wir einen defekten ICE umschiffen, bevor wir mit inzwischen über 2h Verspätung endlich Bremen erreichten. Da die maximale Arbeitszeit des Personals überschritten war, stiegen wir in einen anderen ICE um. Mit schlappen 5h Verspätung erreichten wir um 20:30 Uhr Hamburg Hbf. Da mussten wir uns zumindest keine Gedanken mehr machen, was wir heute Abend noch machen.
Im food court des Hbf noch schnell beim Chinesen etwas gegessen - nicht gerade ein kulinarisches Highlight. Danach fuhren wir mit der U1 zum Hotel TODO. Es war immer noch drückend warm.
Der digitale Check-In klappte problemlos. Die Zimmer waren angenehm klimatisiert und auch das Babybett und der Hochstuhl war wie besprochen vorhanden. Wir trafen Franzi, die schon einige Zeit vorher eingetroffen war.
Um 07:00 Uhr klopfte Niklas an der Tür und begrüßte uns mit einem freudigen "Opa!". Wir hörten zum ersten mal dieses wort von ihm. Wie schön ist das denn!
Wir frühstückten auf dem Zimmer. Die kleine Küche und der Hochstuhl erwiesen sich als äußerst praktisch. Das Hotel war eine sehr gute Wahl!
Entspannt machten wir uns auf den Weg zur U-Bahn zum Bahnhof, von wo aus uns ein ICE um 09:22 Uhr pünktlich nach Kiel brachte.
Am Bahnhof wimmelte es von anreisenden Gästen, deren Koffer an den typischen Anhängern erkennbar waren. Gleich um die Ecke konnte man die Koffer abgeben. Es wurde nicht geprüft, ob man die Anreise über TUI gebucht hat.
Die Kinder warteten den Mittagsschlaf des Kleinen in der klimatisierten Touri-Info ab. Nikki und Werner drehten eine kleine Runde. Wirkliche Sehenswürdigkeiten gab es nicht zu bestaunen. Der Fußweg zum Ostseekai, an dem die Mein Schiff Relax lag, betrug ca. 20 Minuten. Anlässlich der Kieler Woche waren in der Stadt zahlreiche Stände aufgebaut, an denen am Vormittag noch kein Betrieb herrschte.
Als Niklas am Aufwachen war, machten wir uns auf den Weg zum Schiff. Am Terminal herrschte reger Betrieb. Die gebuchten Check-in Fenster wurden nicht geprüft. Trotzdem ging der Check-in relativ zügig. Eine SMS, dass die Zimmer fertig sind hatten wir schon unterwegs erhalten. Die Koffer standen bereits vor der Tür, so dass wir sogleich auspacken könnten.Danach ein kühles Desperados an der Agora Bar. Erstmal richtig ankommen!
Um 19:00 Uhr war sailaway mit dem Horn und der Großen Freiheit von Unheilig. Immer wieder ein eindrucksvolles Schauspiel. Majestätisch glitt das mächtige Schiff die Kieler Förde entlang in Richtung Ostsee vorbei am Marinedenkmal in Laboe. Die Temperaturen waren etwas angenehmer als gestern, aber immer noch warm für den Norden.
Nach dem Abendessen im Harbour Market war Sailaway Party auf dem Agoradeck mit Schlägern. Was für eine schöne Sommernacht.
Es klopfte an der Tür, 07:00 Uhr. Zuerst ganz leicht, dann etwas kräftiger. Niklas holte uns zum Frühstück ab! Wir haben noch geschlafen. Draußen war es bereits lange hell.
Im Harbour Market war es noch angenehm ruhig. Außer uns waren noch andere Eltern mit kleinen Kindern am Start. Niklas beim Essen wie immer in seinem Element, sehr süß. Da steht man doch gerne früher auf.
Wir waren auf der Höhe von Rügen und hatten einen schönen Blick auf die von der Morgensonne angestrahlten Kreidefelsen.
Anschließend schlenderten wir gemütlich durch das Schiff. Für Niklas gab es unendlich viel zu entdecken. Mit seinem gewinnenden Lächeln zog er immer wieder die Aufmerksamkeit auf sich. Bald wird ihn wohl jeder auf dem Schiff kennen.
Es war sonnig, aber nicht mehr so heiß wie die Tage zuvor. Von hinten schlich sich eine breite Regenfront an. Mal sehen wer das Rennen gewinnt.
Zum Mittagessen kehrten wir mit Franzi und Andreas beim Sur la Mer ein. Der Coq au Vin schmeckte immer noch so lecker wie im November. Allerdings zog sich das Essen etwas.
Das Schiff war schneller als der Regen, wodurch einem Sprung in den großen schön in der Sonne liegenden Pool nichts im Wege stand. Anschließend noch ein Dip in den Whirlpool. Schönes Leben hier! Auffallend war, dass relativ wenig Kinder an Board waren und es nirgendwo Gedränge gab.
Etwas später zog es sich zu und der Regen holte uns dann doch ein, so dass es an Deck ungemütlich wurde.
Wir zogen uns mit Niklas in die Arena zurück, wo er etwas toben konnte und beim Vier-gewinnt die Steine einwerfen durfte. Anschließend schauten wir ins Chalet, wo es eine gemütliche Spielecke für die Kleinen gab. Die Großen genossen entspannt einen Espresso.
Zum Abendessen kehrten wir mit Franzi und Nikki beim 5-gang Menü im Atlantik ein. Mit Blick auf das Wasser ließen wir uns das sehr feine Essen schmecken. Was für ein gelungener Abend.
Im Theater stellten sich der Kapitän und die leitenden Offiziere bei der "Leinen los Show" vor. Die Künstler haben eine Kostprobe ihres Könnens.
Das WM-Fußballspiel gegen Paraguay schenkten wir uns, da zum draußen sitzen zu frisch war. Im Nachhinein eine gute Entscheidung.
Heute ging der Wecker um 05:45 Uhr, denn es stand ein Landausflug auf eigene Faust nach Danzig auf dem Programm. Gegen 07:30 verließen wir bereits das Schiff. Die Sonne lachte und es versprach ein toller Tag zu werden.
Das vorab Buchen eines Tagestickets über die App hat nicht geklappt, da die Unterstützung für Google Pay noch experimentell war.
Als wir das Hafengelände verlassen hatten, sahen wir einen Bus, dessen Fahrerin sogar gutes Englisch sprach. Ja der Bus fuhr zum Bahnhof und Tickets könnten wir Automaten im Bus erwerben, dessen Bedienung uns jedoch intellektuell überforderte, so dass wir notgedrungen schwarz gefahren sind. Bald war der Bahnhof von Gdynia erreicht. Zum Laufen wäre die Strecke schon recht weit gewesen und man verliert zu viel Zeit.
Am Bahnhof kauften wir am Schalter Tickets nach Danzig. Auch hier war die Verständigung eher schwierig. Aber an Schluss haben wir Rückfahrtickets zum Preis von 22 zł/P. Da kann man nicht meckern.
Dank der freundlichen Hilfe einer jungen Frau, fanden wir das richtige Gleis der S-Bahn. Ein etwas klappriger Zug der Linie S1 im typischen blau-gelb Design brachte uns in 40 Minuten zum Gdańsk Główny, dem Hauptbahnhof von Danzig.
Bis zum schmücken Langgassertor, dem Eingang zur Einkaufsstraße Langgasse (Ulica Długa) war es nicht weit. Da es noch früh am Tag war, konnten schöne Fotos vom Rathaus, dem Neptun Brunnen vor dem Artushof machen. Vereinzelt waren jedoch bereits die ersten TUI Gruppen unterwegs.
Wir folgten der Straße vor zur Metlau. Der historische Kran und die schmucke Häuserzeile posierte bei bestem Fotolicht, eine perfekte Kulisse für tolle Fotos. Einige der Gebäude erinnerten ums an unseren Aufenthalt im Jahr 2011. Da wir noch nach Sopot wollten, war und ein Ausflug zur Westerplatte zu hektisch (einfache Fahrt ca. 40 min).
Die kleine Gasse Mariacka mit zahlreiche kleine Läden, in deren Bernstein in aller Art angeboten wurde, führte uns zur Marienkirche. Das Innere wurde gerade renoviert, aber die bekannte astronomische Uhr und das Madonnenbild waren zugänglich.
Das eigentliche Highlight war aber die Turmbesteigung. Von oben hatten man einen schönen blick auf die Stadt und die riesige Wert bin hin zur Ostsee.
Auf der Rückfahrt stoppten wir in Sopot, dem mondänen Seebad, in dem wir 2011 auf dem Campingplatz übernachtet hatten.
Ein kurzer Spaziergang führte uns durch die quirlige Fußgängerzone zur Seebrücke (Eintritt 10 zł/P). Es wehte ein kräftiger Wind, der für ein paar Wellen sorgte. Die Sonne lachte und die traumhaften Temperaturen lockten Viele an den Strand. Was für ein tolles Seebad!
Bevor wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof machten, gönnten wir uns noch ein kühles Żywiec. Mit 20 zł bei Selbstbedienung auch kein Schnapper mehr, aber dafür konnten das bunte Treiben beobachten aus erster Reihe beobachten.
Die S-Bahn brachte uns rasch zurück nach Gdynia.Dank Google Maps fanden wir schnell die um die Ecke gelegene Bushaltestelle. Erneut scheiterten wir am Ticket-Automaten, wie alle anderen vom Schiff auch. Um 16:00 Uhr waren wir zurück am Schiff. Was für ein gelungener Ausflug für kleines Geld.
Neben dem Schiff wurde Kohle verladen, was zur Folge hatte, dass das gesamte Deck mit feinem Kohlestaub bedeckt war. Was für eine Sauerei und nicht ideal für den Kleinen! Es hatte sich zugezogen und war etwas frisch geworden. Für uns war es keine große Beeinträchtigung, aber für die an Board gebliebenen war es schon ärgerlich.
Wir gingen nach drinnen, zum roten Bus auf Deck 5 bei der Mein Schiff Bar, einem der Lieblingsplätze von Niklas.
Nach dem Abendessen im Harbour Market, hatten wir Babyphone-Dienst. Den Zauberer schauten wir uns im Fernsehen an. Bald schlummerten auch die Großen.
Um 07:40 Uhr holt uns Niklas vergnügt zum Frühstück im Harbour Market ab.
Das Himmel war bedeckt und es kühl und etwas windig, aber trocken. Die Crew hatte gestern Abend das Deck gründlich geschrubbt und alle Bezüge gewachsen, trotzdem gab es hier und da noch schwarze Ecken. Was für ein Aufwand!
Werner und Andreas spielten ein Runde Schach auf dem Mistraldeck. Carola und Franzi sprangen in den Pool. Und ehe wir uns versahen, war es auch schon Zeit zum Mittagessen. Wir schauten nochmal beim Sur la Mer vorbei, denn der Coq au Vin ist aber auch lecker.
Den Nachmittag verbummelten wir einfach ohne große Aktion. Werner schaute noch in die finnische Sauna, wo es um 17:00 Uhr einen Aufguss mit grünem Apfel Geschmack gab. Seetage sind super entspannt und immer viel zu schnell vorbei.
Heute Abend starteten wir ein Experiment: wir gingen alle zusammen ins Atlantik zum Menu. Wir bekamen gleich einen 6er-Tisch und bestellten für Niklas Nudeln mit Tomatensoße, die superschnell geliefert werden. Der kleine war glücklich und genoss es von Allen bespaßt zu werden und so konnten auch die Großen entspannt das leckere Essen genießen. Fazit: Experiment gelungen!
Danach ging es mit Opa in die Bibliothek zum Vorlesen. Er genoss es!
Die Musical Show im Theater bot eine schöne Mischung aus Gesang, Tanz und Akrobatik. Da die Anzahl der Plätze relativ gering ist, musste man früh dran sein, um unterzukommen. Die Shows wurden zwar zweimal pro Abend aufgeführt, aber der Termin um 18:45 Uhr war halt nicht so attraktiv.
Danach gab es Schlager auf dem Agoradeck und danach schauen wir noch ins D4. Am Schluss war es 01:30 Uhr bis wir in der Kabine waren.
Heute klopfte Niklas bei der anderen Oma und wir schliefen bis 08:30 Uhr. Auch nicht schlecht. Ein trüber Blick auf die Türme von Tallinn begrüßte und bei der Einfahrt in den Hafen. Auf dem Balkon und es war recht frisch.
Im Harbour Market war Stoßzeit und es war gar nicht so einfach einen Platz für unsere Gruppe zu finden.
Wir folgten der ausgeschilderten Route zur Altstadt. Der Weg war nicht weit und gut zu bewältigen.
https://www.komoot.com/de-de/tour/2818697625
Durch die Stadtpforte mit ihrem mächtigen Bollwerken betraten wir die Altstadt und folgten der Pikk vorbei an den 3 Schwestern hoch zum Rathausplatz. Sofort bemerkten das allgegenwärtige Kopfsteinpflaster. Niklas genoss es im Kinderwagen zu hoppeln und für Oma Hilde war der Kinderwagen eine willkommene Gehhilfe.
Ein Abstecher durch die Kathrinenpassage führte uns zum Hellemann-Turm, wo man ein Stück auf der Stadtmauer entlang laufen und den Blick auf die Türme genießen konnte. Niklas war das Laufen auf den Blanken mit Blick unten nicht ganz geheuer und wollte lieber getragen werden.
Ein paar Treppen führten hinauf zu einem schattigen Plätzchen auf der Stadtmauer mit Blick auf die St. Nikolai Kirche, ein idealer Platz für das Mittagessen von Niklas. Die Sonne war herausgekommen und es war angenehm warm geworden.
Niklas wurde zum Mittagsschlaf beim schön schattigen und windstillen Aussichtspunkt Piiskopi (Bischofsgarten) geparkt. Nikki und wir drehten ein Besichtigungsrunde durch diese tolle Stadt. Leider beendete das Geschrei einer Möwe den Schlaf etwas vorzeitig, aber der Kleine hat es mit Fassung getragen, denn es gab so viel zu entdecken, was einen von der Müdigkeit ablenkte.
Nachdem wir uns die Alexander-Newski-Kathedrale mit ihren schmucken Türmchen angeschaut hatten, liefen wir über zwei weitere Aussichtspunkte und die Patkuli Treppen durch einen kleinen Park unterhalb den Türmen der Stadtmauer zurück zum Schiff.
Fazit: ein gelungener Spaziergang durch das mittelalterliche Tallinn.
link zu komoot
Das perfekte Wetter lud zu einem Abstecher zu den Wasserspielen auf Deck 16 ein. Niklas hatte mächtig Spaß mit Oma zu planschen. Von Deck aus konnte man das stete Kommen und Gehen der Fähren nach Helsinki sehen, wo wir morgen sein werden.
Nachdem den guten Erfahrungen von gestern, schauten wir heute noch einmal zum Menü ins Atlantik. Auch klappte alles sehr gut und sobald der Kleine satt ist, ist er eine Klasse für sich.
Auf dem Agora-Deck war silent disco. 2 DJs und eine Playlist waren am Start. Jeder bekam einen Kopfhörer und konnte den Kanal auswählen, den er hören möchte. Ganz witzig, aber eine rechte Gruppendynamik kam dabei nicht auf.
Sailaway war um Mitternacht und wir wunderten uns, dass trotz der späten Stunde noch das Horn ertönte. Wir waren vom Balkon aus mit dabei, bevor wir müde im Bett verschwanden.
Als Niklas klopfte und wir den Vorhang vorsichtig öffneten, lag die Mein Schiff Relax bereits im Industriehafen am Liegeplatz LHC. Es schüttete in Strömen. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Stadtbesichtigung mit dem Kleinen.
Nach machten wir uns zusammen mit den Kindern auf dem Weg. Hilde und Nikki hatten für heute einen Ausflug gebucht. Der Shuttle Bus (10 €/P) brachte uns in gut 15 Minuten ins Zentrum zum schwedischen Theater.
https://svenskateatern.fi/
Inzwischen hatte es aufgehört zu Regnen und wir liefen die ca. 500 m vor zum Hafen, wo wir als erstes in die historische Markthalle schauten. Es gab allerlei exotisches Essen wie zum Beispiel Rentierfleisch, das man auch in Form eines Döners verkosten konnte. Auch Tippaleipä, ein frittierter Spritzkuchen schaute super lecker her, aber dafür war es noch etwas zu früh.
https://fi.wikipedia.org/wiki/Tippaleip%C3%A4
Die Kinder gingen mit dem Kleinen in die Zentralbibliothek und wir machten einen Stadtrundgang.
Unser erstes Ziel war die orthodoxe Uspenski-Kathedrale (5 €/P), die etwas erhöht über dem Hafen posierte. Im Innern gab es neben einem reichlich mit Gold verzierten Altar einige Ikonen zu sehen.
Die Sonne spitzelte etwas durch die Wolken und lud zu einem kurzen Abstecher am Hafen entlang. Im Becken lagen mächtige Eisbrecher, darunter die in Helsinki gebaute Polaris, der erste LNG Eisbrecher.
Zum weißen Dom mit dem breiten Treppenaufgang war es nicht weit. Das Innere erschien uns nicht besonders sehenswert, so dass wir uns die 10€/P Eintritt sparten. Vorbei am mächtigen klassizistischen Bahnhof trafen wir die Kinder in der Zentralbibliothek Oodi.
https://oodihelsinki.fi/
Hier pulsierte das Leben! Zahlreiche kleine Kinder tobten in kleinen Ecken oder schauten sich mit ihren Eltern Bücher an. Es hatte eine kleine Terrasse, von der aus man einen guten Blick auf das ebenfalls klassizistische Parlamentsgebäude hatte. Auf dem Platz davor war die Fan-Meile der Fußball-WM aufgebaut.
Insgesamt überzeugte uns Helsinki mit seiner bunt gemischten Architektur und dem Großstadt-Flair nicht so wirklich. Irgendwie fehlte der Charme einer historischen Altstadt.
Wir fuhren mit dem Shuttle-Bus zurück zum Schiff. Niklas verschlief die Fahrt im Kinderwagen.
Der Kapitän verkündete, dass Stockholm aufgrund des vorhergesagten Winds nicht angefahren werden kann. Die Fahrt durch die Schären ist aufgrund des vorhergesagten Windes für große Schiffe zu gefährlich. Wir sind etwas enttäuscht, aber kurzfristig wird Riga als Ersatz organisiert, auch nicht schlecht. Dann können wir zumindest länger schlafen.
Etwas trübe schauten die kleinen Schären beim Sailaway um 17:00 Uhr aus dem Meer. Später wurden die blauen Flecken mehr, es blieb aber recht frisch. Vom Balkon aus beobachteten wir, wie der Lotse abgeholt wurde.
Zum Abendessen wollten wir eigentlich zum Griechen Taverna Dionysos, aber es war eine lange Schlange und der einzige 6er Tisch war bereits besetzt. Keine Chance mit dem kleinen hier kurzfristig unterzukommen. Schnell auf das Atlantik umgeschwenkt, wo wir sogleich "unseren" 6er Tisch bekamen. Inzwischen waren wir ein eingespieltes Team und Niklas durch seine Ausstrahlung bei den Obern beliebt.
Das Vorlesen mit Opa im Atrium auf Deck 3 gehörte inzwischen auch zur festen Abendroutine. Der kleine hatte kein Problem 30 min Bilderbücher anzuschauen. Jeden Tag konnte er ein Wort mehr.
Am Abend war White Night auf dem Pooldeck. Für uns es das erste Mal bei kühlen Temperaturen, so dass wir nicht ganz stilecht auf das graue Fleece zurückgreifen mussten. Auch das Früchte-Schokoladen Buffet wurde wieder aufgebaut. Die geschnitzten Kunstwerke waren immer ein Hingucker.
Geschickt umschiffte der Kapitän eine gewaltige Gewitterfront im Süden. Die tiefschwarzen Wolken bildeten eine eindrucksvolle und leicht bedrohliche Kulisse.
Wir blieben bis zum Ende und schauten anschließend in die Disco. Es würde sehr spät.
Der Tag begann mit einem Klopfen an der Tür. Niklas holte uns zum Frühstück ab. Alles war inzwischen gut eingespielt.
Die Mein Schiff Relax nahm Kurs auf den Industriehafen Krievu Sala an der Mündung der Düna, denn das Schiff war zu groß um in der Innenstadt zu wenden. Später informierte der Kapitän, dass das Schiff das größte war, das jeweils Rīga angelaufen ist. Der Ersteinlauf war am 22.05.2026, was gar noch nicht so lange her war.
Wir genossen die streichelnde Sonne auf dem Agora-Deck bis das Schiff um 10:30 Uhr freigegeben wurde.
Der erste Shuttle-Bus (15 €/P) brachte uns in ca. 20 min zum Rigaer Schloss. Auf eigene Faust durfte man das Hafengelände nicht verlassen.
Unser erstes Ziel waren die Zeppelin-Markthallen. Andreas bekam seine lokalen Spezialitäten. Werner verkostete ein lettisches Bier, Carola erstand lettische Pirogggen und Niklas wurde mit Mitgebrachtem sorgt. Sprich, am Ende waren alle glücklich. Frisch gestärkt warfen wir noch einen Blick auf die exotischen Auslagen in der Fischhalle, wo z.B. Stockfisch feilgeboten wurde.
Vergnügt machten wir uns mit Nikki auf zum Stadtrundgang. Der Rest suchte nach einem ruhigen und schattigen Platz am Ufer der Düna für Niklas' Mittagsschlaf.
Über das Freiheitsdenkmal, bei dem gerade eine Wachablösung stattfand, und die Petrikirche mit den Bremer Stadtmusikanten liefen wir an den Wallanlagen entlang zum Jugendstilviertel. Prachtvoll posierten die hübschen Fassaden im schönsten Fotolicht. Sogleich erinnerten wir uns an unseren Besuch in 2015. Auch damals hatten wir Traumwetter. Ein absolut lohnender Abstecher.
Wir machten uns auf den Rückweg vorbei am Rathaus in Richtung Dom, wo wir uns mit den Anderen trafen. Es hatte ein kleines Labyrinth, in dem sich Niklas vergnügte. Das berühmte Schwarzhäupterhaus und das Rathaus waren gleich um die Ecke.
Gemeinsam machten wir uns über das Katzenhaus und die drei Brüder zum Schloss. Die Schlange am Shuttle-Bus hielt sich im Rahmen, so dass wir nicht lange warten mussten. Niklas stand am Fenster und kam aus dem Staunen gar nicht raus, was es da alles zu entdecken gab.
Fazit: trotz Umroutung ein gelungener und entspannter Tag.
Heute hatten wir eine bessere Strategie beim Griechen. Werner stellte sich 30 min vorher in die Schlange, so dass es kein Problem war den Sechsertisch zu ergattern. Das Essen schmeckte vorzüglich und auch Niklas wurde bevorzugt versorgt.
Am Abend gab es im Theater die Abba-Show. Auch hier bildete sich eine lange Schlange vor dem Einlass. Die Show war gut gemacht uns kurzweilig. Nur das Mitsingen wollte nicht so richtig gelingen.
Anschließend hatten wir Babyphone-Dienst.
Als Niklas klopfte, gehen wir in den Harbour Market zum gemeinsamen Frühstück. Danach zur Tobe-Stunde in der Arena. Zuerst etwas, krabbelte er doch durch den Tunnel und war ganz stolz darauf. Andreas und Franzi spielten eine Runde Tischtennis.
Inzwischen war alles fast schon Seetag-Routine. Auch die Eltern mit gleichaltrigen Kindern trifft man immer wieder.
Aber es gab auch etwas, was wir bisher nicht hatten: es schaukelte leicht. Den Kleinen hat es nicht sonderlich beeindruckt.
Wir chillten etwas an Deck, bis es zu Regnen begann und wir uns in die Spieleecke im Chalet zurückzogen. Niklas war in seinem Element und von den Bauklötzchen völlig angetan. Er war super süß und es war toll mit ihm Zeit verbringen zu können.
An Deck war alles nass und die Mistral-Bar hatte geschlossen. Kein Wunder, denn es war schon sehr zügig da oben, aber im geschützt Windschatten zu stehen und auf die kleinen Schaumkronen auf dem tiefblauen Meer hinauszuschauen, war einfach nur schön. Die Sonne setze sich immer mehr durch und es wurde auf Deck zunehmend voller.
Nach dem Essen im Harbour Market sprang Werner kurz in den Whirlpool.
Auf dem Mistral-Deck konnte man kaum mehr stehen. Aber auf dem etwas geschützteren Agora-Deck war es im Fleece eingewickelt in eine warmen Decke gut auszuhalten. Im Angesicht unserer letzten Fahrten eine ganz andere Erfahrung. Dazu ein Drink von der Bar: schönes Leben hier! Auch Niklas war mit Mütze und Windjacke am Start und hatte seinen Spaß.
Die Mein Schiff Relax die Öresundbrücke nicht passieren kann (zu hoch und zu viel Tiefgang), mussten wir um die Insel Sjælland herum nach Kopenhagen fahren, weshalb wir Kopenhagen erst morgen Mittag erreichen werden.
Im Harbour Market gab es heute Spanferkel und ein sehr leckeres Käsebuffet. Nach dem Abendessen war Niklas so müde, dass er das Vorlesen nicht mehr ganz schaffte.
Wir schauten uns die gut gemachte Varietee-Show. Danach wollten wir eigentlich zur Disco auf dem Agora-Deck. Aber es war so windig und kalt, dass nichts los war. Stattdessen setzten wir uns mit Nikki in die Atlantik-Bar, wo ein Duo Live-Musik spielte. Wir testeten uns durch die Shot Getränkekarte. Auch nicht schlecht.
Wie all die Tage zuvor holte uns Niklas zum Frühstück ab. Trübe schaute das Meer bei leichtem Nieselregen her. Nicht die besten Voraussetzungen für einen Stadtrundgang.
Wir verbummelten den Vormittag und beobachteten auf dem Deck gegen 11:00 Uhr die Einfahrt der Mein Schiff Relax in Kopenhagen, wo wir als einziges Schiff am Terminal 1 festmachten. Von oben sahen wir bereits die nur ca. 100m entfernte Bushaltestelle. Wie praktisch, die kann man wirklich nicht verfehlen.
Nach einem Mittagssnack Harbour Market verließen wir das Schiff. Niklas schlief bereits, bevor wir die Bushaltestelle erreichten.
Der Bus 164 brachte uns zur Metro-Station Orientkaj der Linie M4, mit der wir weiter zum Rathausplatz fuhren. Die Kinder stiegen bereits früher aus, da sie mit Niklas zum botanischen Garten wollten. Das Ticket kostete 24 DKK / P für die einfache Fahrt und könnte bequem über die App Rejsebillet gekauft werden. Da kann man nicht meckern.
Wir folgten der Haupteinkaufsstraße Strøget durch die schmucke Jorcks Passage zum Rundetårn. Trotz des Regenwetters herrschte in den Läden reger Betrieb. In den Torvehallerne, Kopenhagens lebendiger Markthalle gab es allerlei Leckereien. Das Hallernes Smørrebrød schaute in der Tat sehr gut her, war aber mit 100+ DKK wirklich kein Schnapper. Wir verzichteten.
https://www.hallernes.dk/en/
Das nächste Highlight war das Schloss Rosenberg mit seinem großen Park. Leider trübte der immer stärker werdende Nieselregen die Fotokulisse. Auch die Radler vom Schiff waren da, unverkennbar zu sehen an den penibel aufgereihten Rädern. Leicht durchnässt hält sich der Spassfaktor hier auch in Grenzen.
Über den Storchenbrunnen liefen wir zurück zur Fußgängerzone, vorbei am Schloss Christansborg vor zum Wasser. Eigentlich wollten wir den Trum der Erlöserkirche mit seiner äußeren Wendeltreppe besteigen, der jedoch aufgrund des Regens nicht geöffnet hatte.
Der Nieselregen hatte aufgehört und es wurde heller. Sogleich kamen die zahlreichen Hausboote am Kanal viel besser zur Geltung. Über die Inderhavensbroen steuerten wir auf den Nyhavn zu. Sofort stach die gefällige moderne urbane Architektur einiger neugebauten Wohnhäuser sowie des königlichen Theaters ins Auge, die gut mit der alten Bausubstanz harmonierte. Entlang des kleinen Beckens hatte es schmucke farbenfroh Häuser verziert mit kleinen Booten . Eine Kneipe reihte sich an die andere. Alles sehr touristisch.
Gegen 16:00 Uhr hatten wir uns mit Franzi zu einer Bootsrundfahrt verabredet (Dauer 1h; 80 DKK/P). Die Fahrt führte zunächst durch die Kanäle und entlang der Hausboote, wo wir schon vorher zu Fuß gewesen waren. Das eigentliche Highlight war jedoch, dabei Niklas zu beobachten, wie er angesichts dessen was es zu sehen gab aus dem Staunen gar nicht mehr herauskam.
Anschließend ging es weiter vorbei am Opernhaus mit seinem weit überstehenden Dach und dem Hauptsitz der Reederei Maersk in Richtung kleine Meerjungfrau, die man vom Boot aus nicht gut sehen konnte. Wir hatten richtig Glück, dass es während der Tour nur ganz leicht tröpfelte.
Niklas war von all den aufregenden Erlebnissen hundemüde, weshalb die Kinder zurück zum Schiff fuhren. Eigentlich hätte man in einer der Kneipen noch ein (sündhaft teures) Bier trinken können, aber was Wetter war hierfür einfach nicht einladend genug, so dass wir uns sogleich auf den Weiterweg machten, denn wir wollten uns die kleine Meerjungfrau noch aus der Nähe anschauen.
Die Fredriks Kerke mit ihrer mächtigen Rundkuppel hatte schon geschlossen und wir marschierten weiter über das eher schlichte Schloss Amalienborg, dem Hauptwohnsitz der dänischen Königsfamilie, am Kanal entlang zur Meerjungfrau. Inzwischen hat ein Landregen eingesetzt unendlich wir sahen Bootstouren mit Regenumhängen. Auch nicht schön, da sind wir mit ein paar Tropen richtig gut davongekommen.
Nach der verregneten Fotosession bei der Meerjungfrau liefen wir am Castell entlang zur U-Bahn. Nach 12km Fußmarsch sind wir gegen 19:00 Uhr zurück auf dem Schiff.
Zum Abendessen kehrten wir beim Griechen ein. Es war nicht viel los, so dass wir sofort untergekommen sind. Hilde und Nikki hatten die abendliche Bootstour über TUI gebucht, was bei dem strömenden Regen auch nicht optimal war.
Zum letzten mal klopfte es heute Morgen an der Tür. Wir werden es vermissen! Es war noch immer kühl und regnerisch.
Hilde und Nikki hatten heute Vormittag noch einen Ausflug gebucht. Wir blieben mit den Kindern auf dem Schiff, da uns die verfügbare Zeit für eine weitere Fahrt in die Stadt zu stressig war. Im Nachhinein empfanden wir die zwei halben Tage in Kopenhagen nicht so vorteilhaft. Vielleicht hätten wir es anders empfunden, wenn wir bei schönen Wetter noch in einer Bar hätten abhängen können.
Franzi organisierte an der Rezeption die Shuffleboard Ausrüstung und wir spielten eine Runde an Deck 5. Das Spiel ist gar nicht so einfach, wie es aussieht und es braucht etwas Zeit um ein Gefühl für die Steine zu bekommen, aber am Schluss stellten sich die Alten gar nicht so ungeschickt an. Niklas sagte diese recht zugig kalte Ecke nicht so richtig zu und verzog schnell wieder nach drinnen.
Ein letztes mal ein entspanntes Mittagessen im Sur le Mer mit Zwiebelsuppe und Coc au Vin. Auch das werden wir vermissen!
Zum Sailaway um 14:00 Uhr war der Himmel noch Grau in Grau. Doch bald darauf war die Regenfront nach Süden abgezogen und auf einen Schlag kam die Sonne kam durch. Das Farbenspiel und die Sicht war so klar, dass wir uns nicht erinnern konnten, so etwas schon gesehen zu haben. Nur der relativ kühle uns stürmische Wind blieb, weshalb man fast das Handy für Fotos nicht halten konnte. Als wir den Öresund verließen, zeigte Windy.com 7bft und 2,5m Dünung an.
Fazit: ziemlich unwirtlich, aber einfach nur schön!
Besonders eindrucksvoll war die Durchfahrt durch die Meerenge zwischen Helsingør und Helsingborg. Kein Vergleich zum trüben Wetter auf der Hinfahrt. Bei kleineren Schiffen konnte man deutlich sehen wie die Wellen gelegentlich über den Bug schwappten.
Ein schwerer Schauer beendete das eindrucksvolle Schauspiel. Aber auch vom Atrium auf Deck 3 war der Wellengang beeindruckend.
Im D4 veranstaltete der Kis Club eine Kinderdisco. Niklas war jedoch mit dem Treiben noch etwas überfordert und bevorzugte in der Nähe seiner Mama zu bleiben.
Auch am letzten Tag gönnten wir uns das 5-Gang Menu im Atlantik. Die vorab bestellten Nudeln waren nicht so ganz Niklas' Ding, aber er hat es mit Fassung getragen und trotzdem gegessen. Die Schauerfront war durch und wir hatten vom Tisch aus einen schönen Blick auf das Meer. Mit etwas Abstand folgte uns die AIDAmar und noch etwas dahinter die Color Fantasy. Ein wenig später konnten wir vom Balkon aus einen perfekten Sonnenuntergang beobachten.
Die Farewell Party wurde aufgrund des starken Windes ins Theater verlegt, wonach uns nicht war. Stattdessen probierten wir am letzten Tag noch etwas besonderes aus: alle zusammen mit Babyphone in die Streetart Bar, denn von dort aus war der Laufweg zu Niklas relativ kurz. Und siehe da wir hatten noch einmal richtig Spaß zusammen.
Zum grand final gönnten wir uns die gediegene Atmosphäre der Captains Bar und gönnten uns einen super leckeren Cocktail mit Raucheffekt.
Kurz vor 24:00 Uhr erfolgte die Durchfahrt durch die Storebælt-Brücke (Großer-Belt-Brücke). Von der Captains Bar war es nur ein Stcokwerk nach oben zum Mistraldeck, von wo aus man die Lichter langsam näher kommen sah, bis das Schiff schließlich drunter durch fuhr. Rein optisch war nicht mehr viel Platz nach oben. Blickte man Richtung Norden, zeigte sich am Horizont immer noch ein heller Streifen.
Ein leicht bedeckter Himmel begleitete die Einfahrt in den Hafen von Kiel.
Nach dem Frühstück verließen wir um 08:00 Uhr das Schiff. Um auf der sicheren Seite zu sein, brachten wir die Koffer selber nach draußen. Es war gar nicht so viel Gedränge wie erwartet.
Das Shuttle brachte uns bequem zum Bahnhof, denn mit den Koffern wäre es schon zu Fuß etwas mühselig gewesen. Um 09:05 Uhr ging es mit RE7 nach Hamburg.
Nach dem Umsteigen stellten wir fest, dass es den Wagen in dem wir unsere Sitzplätze reserviert hatten, gar nicht existiert. Die Erklärung im Reisezentrum: Es handelt sich um einen Ersatzzug und wir sollten froh sein, dass der Zug überhaupt fährt. Ich bin kurz vor dem Ausrasten.
Von einem freundlichen Zugbegleiter erhalten wir den Tipp, dass wir es doch in Wagen 6 versuchen sollten, da es dort keine Reservierungsmöglichkeit gibt. Also hineingestürmt und zwei Tische neben einander ergattert. Dann das Gepäck nachgeholt. Super stressig mit dem Kleinen.
Die Fahrt verlief unspektakulär. Pünktlich erreichten wir Ingolstadt, wo die Großen ausstiegen, um Richtung Augsburg zu fahren. Die Kinder fuhren weiter. Der Umstieg mit zwei Koffern und Treppen war sportlich, aber wir haben auch diese Herausforderung gemeistert. Unterwegs handelten wir uns dann doch noch 10 Minuten Verspätung ein.